Dienstag, 15. September 2009

Das Herz Russlands

So wie an jedem anderen Wochentag waren auch heute zuerst wieder Vorlesungen angesagt. Sandra und ich besuchten heute zum ersten Mal Information Systems - einen Kurs, bei dem wir uns erhoffen, leicht unsere Creditpoints zu ergattern. Ob es letztendlich so leicht wird wie erwartet, wird sich noch zeigen. Auf jeden Fall bietet diese Vorlesung - oder eher dieses Seminar - den Vorteil, nicht immer anwesend sein zu müssen, sondern nur alle zwei bis drei Wochen der Dozentin in aller Kürze die Ergebnisse der "Home Task" vorzuzeigen. Ob dann, wie von der Dozentin angekündigt, auch noch "kritische Fragen" gestellt werden, bleibt ebenfalls abzuwarten...

Der Russischunterricht bestand heute nicht nur aus dem Erlerne
n des russischen Akkusativ und neuem Vokabular sondern zur Freude aller Kursteilnehmer einer Exkursion ins Stadtzentrum. Deren didaktischer Sinn war uns zwar allen nicht schlüssig, letztendlich haben wir jedoch einige interessante Dinge gesehen. Dazu gehörten z.B. die Leninbibliothek, die mit ca. 40 Millionen Büchern eine der größten der Welt ist und sich über ein ganzes Straßenviertel erstreckt. Sobald wir unsere Reisepässe vom International Office zurückerhalten haben, werden wir uns dort auch anmelden, um für Vorlesungen wie Doing Business in Russia in der Literatur zu stöbern.

Das Ochotny Rjad war der nächste Stopp. Ein Einkaufszentrum, dass einem verborgen bleibt, wenn man sich den Weg zum Roten Platz nur oberirdisch bahnt. Auf drei Etagen in der Tiefe gibt es wieder alles, was das Herz begehrt. Auch Sandra ist hier später fündig geworden: Ein Paar neue, FLACHE Schuhe dürften den nächsten Diskoaufenthalt wohl ein wenig angenehmer machen :-)



Die Straße Richtung Norden, Twerskaja Uliza, war letz
tendlich so, wie ich mir die Innenstadt von Moskau vorgestellt habe: Alte und schöne Prachtbauten, in der sich die teuersten Hotels befinden, und dazwischen eine sechsspurige Straße mit dicken Autos :-) Auf dem Foto zu sehen ist das Ritz-Carlton (laut Reiseführer das teuerste Hotel Moskaus), das uns vor allem wegen seiner "O2 Lounge" auf dem Dach interessiert. Der atemberaubende Blick über den Kreml sollen ja angeblich die horrenden Preise (1 Sushi ab ca. 10 Euro) wettmachen ;-)


Dass die Locations auch in den Seitenstraßen nicht günstig
er werden, sah man vor allem an den davor parkenden Autos. Die haben uns Jungs eigentlich am meisten interessiert ;-) Auf der Straße Tretjakowski Projesd finden sich dann die teuersten Geschäfte Moskaus. Hier kann zum Smoking oder Abendkleid direkt der passende Maserati mitgekauft werden.


Weiter ging es (übrigens dann ohne Dozenten) in Richtung Roter Platz. Eigentlich die Sehenswürdigkeit Moskaus ("Das Herz Russlands"), die man zu erst besucht. Jedoch war er bis vor kurzem wegen öffentlichen Veranstaltungen gesperrt. Heute jedoch war es endlich soweit. Unmittelbar vor dem Eingang ("Auferstehungstor") befindet sich der Straßennullkilometer, markiert durch eine Bronzeplatte im Pflaster. Diese Platte diente früher als Ausgangspunkte zur Ermittlung der Entfernung zwischen russischen Städten. Ein wiederbelebter Brauch (vor allem bei Touristen beliebt) ist es, sich auf die Bronzeplatte zu stellen, und ein paar Münzen hinter sich zu werfen. Laut Reiseführer sollte man sich vorher etwas wünschen, laut Robin wird man durch diesen Brauch irgendwann noch einmal nach Russland zurückkehren. Welche Quelle ihr für glaubwürdiger haltet, könnt ihr Leser entscheiden ;-)


Durch das Auferstehungstor gelangt man unmittelbar auf den Roten Platz. Rechts der Kreml, links das architektonisch sehr beeindruckende Kaufhaus GYM (ausgesprochen "GUM"), und am anderen Ende die Basilius-Kathedrale, DAS Wahrzeichen Moskaus. Wie wir in der Vorlesung "Doing Business in Russia" gelernt haben, steht jeder der Türme für einen Sieg der russischen Armee zur Zeit Iwans des Großen. Eigentlich kann kein Foto die Farbenpracht dieser Kathedrale wiedergeben, aber wir haben es trotzdem versucht:




Im GYM findet sich wieder alles für die Reichen und Schönen Moskaus, aber auch für Architekturfans: Drei Arkadengänge werden von riesigen Glaskuppeln gekrönt. Sehr toll fanden wir, dass bei allen teuren Modegeschäften es auch normalpreisige Cafes gab, in denen wir uns einen kleinen Snack gönnten. Ebenso toll war ein russischer Supermarkt, der einen an ein altes, sehr gut sortiertes Lebensmittelgeschäft erinnerte. Hier fanden wir auch sehr europäisch aussehendes Toastbrot, das wir uns für das morgige Frühstück kauften. Leider gab es hiervon keine Fotos, denn direkt als ich meine Kamera rausholte, bat mich ein Wachmann höflich, diese wieder einzustecken ;-) Das GYM werden wir bestimmt wieder besuchen (ich möchte unbedingt mal in das Emporio Armani Cafe ^^).


Mit dem GYM endete auch schon unsere Tour, denn um 20 Uhr erwartete uns Simon mit einem selbstgemachten Nudelauflauf im Wohnheim. Hier nochmal ein Compliment du Chèf für dieses leckere Abendessen :-D

So, für heute sind es dann auch genug der Worte, bis zum nächsten Mal!

1 Kommentar:

  1. Wow, da habt ihr ja einiges erlebt. von wegen die russisch vorlesungen sind so anstrengend ;) ich will auch ins GYM!!!!

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