Nachdem viele unserer bisherigen Blogeinträge über allwöchentliche Highlights berichtet haben, folgt heute ein Bericht aus dem alltäglichen Leben. Dazu gehören für uns neben der Uni und dem Leben im Wohnheim auch der Besuch im Fitnessstudio, sowie - speziell für mich - der Besuch beim Zahnarzt (auch wenn der nicht so alltäglich ist, und hoffentlich auch nicht werden wird). 


Sandra und ich hatten ja bereits in der ersten Woche nach einem Fitnessstudio gesucht, und letztendlich auch eins, für Moskauer Verhältnisse günstiges Studio gefunden. Wären wir nicht einige Zeit krank gewesen, hätten wir uns dort wahrscheinlich auch angemeldet. Aber wie das Schicksal so spielt, haben wir dann erfahren, dass es im Fitnessstudio der Universität doch möglich ist, dass Männlein und Weiblein zusammen erscheinen dürfen - unser KO-Kriterium ;-) Und somit haben wir uns die dortigen Räumlichkeiten doch einmal näher angeschaut.
Mittlerweile sind wir dort auch angemeldet. Für 700 Rubel (ca. 17€) im Monat kann man dort dreimal die Woche trainieren. Das blöde ist nur, dass man sich auf Uhrzeiten und Wochentage festlegen muss. Das Arrangement Dienstag, Donnerstag und Samstag um 17:00 bis 19:00 passt jedoch ganz gut in unseren Vorlesungs- und Tagesplan.
Die Geräte sind zwar nicht alle 100%ig TÜV-geprüft und die Räumlichkeiten nicht allzu groß, dafür haben wir aber einen sehr netten Trainer. Dieser ist auch gleichzeitig der Aufpasser und Kassierer der Mitgliedsgebühren. Am ersten Tag haben wir direkt eine Lektion in Sachen Schultertraining bekommen. Auf Russisch - versteht sich.
Das Publikum im Studio ist eher gewöhnungsbedürftig. Einerseits gibt es russische Kraftprotze, wie man sie sich in Russland vorstellt (wobei ich mich frage, ob die wirklich zur Uni gehören), und andererseits sehr viele Kickboxer, die ihre Zeit dort verbringen und nur die Geräte blockieren. Im Gegensatz zu normalen Fitnessstudios weiß man allerdings nie, welches Gerät blockiert ist, weil keiner ein Handtuch auf den Geräten benutzt ^^ Die Trainingsmethoden von manchem Mitglied wurden schon in den 80er Jahren als ungesund erwiesen, sind aber trotzdem lustig anzuschauen ;-)
Robin hat sich inzwischen auch angemeldet. Er stieß allerdings erst später dazu, durfte jedoch gestern 350 Rubel für einen halben Monat Mitgliedschaft zahlen. War heute nicht schon der 30.09.? ;-) Da zeigte sich wieder die russische Flexiblität.
Hier ein paar Impressionen:
Dienstags durfte ich dann auch zum Zahnarzt gehen. Natürlich ungewollt, aber seit einem Kontrollbesuch im Juli in Deutschland habe ich nur noch Probleme. Eine provisorische Füllung, die mir Ende August eingesetzt wurde und ein halbes Jahr halten sollte, hat nur einen Monat gehalten. Somit muss die Füllung hier ersetzt werden, und nicht erst in Deutschland...
Der Reiseführer von Sandra riet zur "German Dental Clinic". Dort machte ich dann auch einen Termin (von den Telefondamen sprach allerdings keine deutsch). Sehr angenehm sind die Öffnungszeiten der hiesigen Ärzte: 9 - 21 Uhr. Davon träumt man in Deutschland. Leicht erreichbar ist der Zahnarzt allerdings nicht, da man nicht nur mit der Metro, sondern auch mit der Straßenbahn oder dem Bus überirdisch weiterfahren muss - eine Premiere für uns, auf die wir lieber verzichtet hätten. Denn so schnell die Metro in Moskau auch ist, so langsam geht es überirdisch in der Rush Hour vorwärts. Die Schienen der Straßenbahn werden hier nicht nur von der Bahn selber, sondern auch von den Autos genutzt (egal ob von der rechten oder linken Fahrbahn). Wir schafften es dann doch mit nur 10 Minuten Verspätung.
Die Arztpraxis machte direkt einen sehr guten Eindruck. Nach kurzem Warten erschien eine sehr nette russische Frau, die fließend deutsch sprach und beim Ausfüllen der notwendigen Formulare half. Wir erfuhren direkt, wie sorgfältig die dortigen Mitarbeiter vorgingen. Dies traf nicht nur auf die Behandlung selbst, sondern auch auf die Formalitäten zu. Bei welchem Zahnarzt in Deutschland gehört schon eine Blutprobe dazu? Der Zahnarzt selbst sprach kein Deutsch, jedoch war die ganze Zeit die Dolmetscherin anwesend. Auch die Geräte machten einen sehr guten Eindruck. Nicht ohne Stolz sagte die Dolmetscherin, dass diese die neueste Generation aus Deutschland seien.
Leider ist es hier wohl auch so, dass mit einer Behandlung nicht alles erledigt ist, sondern man auch für kleinere Sachen öfters erscheinen muss. Ich hatte nur die Erstbehandlung, zu der das Röntgen und Erstuntersuchung dazugehören. Erst nach der Blutabnahme beim nächsten Mal wird dann ein "Behandlungsplan" erstellt. Als ich das Wort hörte, hab ich direkt angemerkt, dass ich nur das nötigste korrigiert haben will. Schließlich sei ich doch zum Studieren, und nicht wegen einer Zahnverschönerung in Moskau.
Ich hoffe, dass wir die Behandlung nicht allzu viele Sitzungen hinter sich ziehen wird. Der Arzt sagt etwas von ein bis zwei Sitzungen. Aber wenigstens fühle ich mich in guten Händen. Die Praxis scheint wirklich eine der besten in Moskau zu sein, was man nicht zuletzt auch an den Preisen sieht. Beim nächsten Mal werden wir auch einen anderen Weg zur Praxis ausprobieren, um nicht wieder für den kürzesten Teil des Weges am längsten zu brauchen.
Leider habe ich keine Fots aus der Praxis, aber auf http://www.germandentalcenter.ru/ kann man ein paar gute Eindrücke gewinnen :-)
Bis zum nächsten Mal! Euer Marc
Das Fitness Studio sieht ja geil aus. Hätte ich mir viel schlimmer vorgestellt. Für russische Verhältnisse doch echt ein Traum und Trainer direkt inklusive... was will man mehr?!
AntwortenLöschenUnser Klo sah auf den Bildern auch nicht so schlimm aus, warte ab bis du hier bist ;-)
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