Sonntag, 20. September 2009

Endlich Wochenende






Nachdem wir die letzte Woche hauptsächlich mit Vorlesungen verbrachten stand am Freitag mal wieder ein leckeres Abendessen auf dem Programm.
Das Apartment 410 besuchte gemeinsam mit unseren Buddys Alexandra und Ksenia das Sushi-Restaurant an der Pawelskaja-Station. Zu einem vernünftigen Preis gab es hier kleine leckereien für den Fisch- und Gemüsefreund. Für mich besonders angenehmen war die nette Aufmachung der Portionen. Diese bestand u.a. aus Holzschiffchen und in Rosenform angeordneten Ingwer. Zur Nachspeise gab es u.a. Blini und frisches Obst. Im Anschluss daran fand in unserem Apartment noch eine kleine Karaokeeinlage statt. Unser Favoritensong war dabei "I want to know what love is" von Foreigner. Ein Video kann hier leider aus urheberrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden. Ob das in diesem Fall ein Nachteil ist, kann ich nicht wirklich sagen
Während die anderen im Anschluss im Zimmer ihre Ruhe suchten, machten Ben und ich uns mit einer größeren Gruppe von Franzosen und Österreichern auf den Weg in den Club "Barchat". Die Fahrt wurde wieder einmal in dem Privattaxi eines Afghanistanveteranen unternommen. Dort angekommen wurden direkt mal 500 Rubel für den Eintritt und 100 Rubel für die Garderobe fällig. Für einen eher belanglosen Club in einem Kino doch ein ganzer Happen Geld. Geboten wurde dafür aus einem Welcome-Drink und jeder Menge Gogos eigentlich nicht viel. Die Musik wechselte zwischen House und kommerzielleren Tracks und traf nicht wirklich meinen Geschmack. Die anderen Nationen feierten allerdings ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden. Beim Verlassen des Clubs wurde dann einem Imbiss ein kleiner Snack in Form von Pizza zu sich genommen. Nächstes Wochenende würde ich lieber einen anderen Ort ansteuern. Ich vermute, dass in Moskau noch die ein oder andere Alternative existiert. Positiv muss ich noch Anmerken, dass die Russen in den Clubs äußerst rücksichtsvoll und freundlich sind. Wenn jemand dich ausversehen anrempelt oder auf die Schuhe tritt folgt umgehend eine Entschuldigung. In Deutschland habe ich das in dem Fall bisher nicht erlebt.
Der Samstag verlief dagegen eher ruhig. Sandra & Marc besuchten den Moskauer Zoo und ein Einkaufszentrum während meine Wenigkeit, nach einer Sparringsession am Mittag, mit Robin den Bundesligaspieltag verfolgte. Am Abend folgte dann unsere Bustour "Moscow By Night", welche uns von der Academy spendiert wurde.
Der erste Stopp fand selbstverständlich am Roten Platz statt, wo besonders die Basilius-Kathedrale in ihrer Schönheit herrausragt. Konkurrierend wirkt allerdings das anliegende "Gym"- Kaufhaus, welches ebenfalls hell beleuchtet ist. Auch der Kreml und das Museum der Geschichte sehen in der dezenten Beleuchtung äußerst bezaubernd. Der Baustil und die russische Geschichte passen meiner Meinung nach sehr gut zusammen.
Nach einer Fahrt über die Arbatskaya Straße vorbei am weißen Haus, dem Arbeitsplatz von Herrn Putin, kamen wir als nächstes am Park des Sieges an. Hier ragt ein Kriegsdenkmal über 100m in den dunklen Nachthimmel hinein. Zusätzlich bekamen wir noch ein kleines Feuerwerk zu Gesicht, was mich natürlich besonders erfreute.
Der letzte Halt waren die Sperlingshügel (ehemalig Leninhügel) an der staatlichen Lomonossow- Universität. Von hier hat man einen atemberaubenden Blick über das nächtliche Moskau und den Olympiapark. Es handelt sich allerdings weniger um einen Geheimtipp, da hier Nachts ein riesiger Rummel herrscht. Der Platz ist vorallem bei den Studenten, aber auch bei Motorradfahrern sehr beliebt. Dazu finden auf den umliegenden Alleen noch illegale Straßenrennen statt, welche ebenfalls einige Zuschauer anziehen. Persönlicher Höhepunkt an diesem Stopp war das Gebäude der staatlichen Universität. Es handelt sich hierbei um eine der so genannten "Sieben Schwestern", also eines der Stalin-Hochhäuser, die dieser im Zuckerbäcker-Stil bauen ließ. Die anderen sechs Ausfertigung werden z.B. als Hotels oder Wohnhäuser verwendet.
Nach einem kurzen Abstecher zur Christ-Erlöser-Kathedrale, wo wir den Bus allerdings nicht mehr verließen, endete der Ausflug an unserem Wohnheim.
Heute Stand dann das Derby zwischen ZSKA Moskau und Dinamo Moskau im Luschniki-Stadion an. Mit einer Gruppe von 18 Leuten verschiedener Nationen sahen wir ein interessantes Fußballspiel. Das Stadion war mit von mir geschätzten 12.000 Leute von 82.380 möglichen Zuschauern eher mäßig gefüllt. Hätte ich bei einem Duell zweier moskauer Mannschaften eher anders vorgestellt, aber das richtige Derby ist wohl eher ZSKA gegen Spartak Moskau. Während die erste Halbzeit relativ ereignislos verlief, schaffte der klare ZSKA in der zweiten Halbzeit noch drei Treffer und gewann somit verdient 3:0. Gegen Ende des Spiel machten die ca. 250 Fans von Dinamo noch mit einer kleinen Pyroshow auf sich aufmerksam, was in Russland aber wohl auch nicht verboten ist. Interessant ist sicherlich wie das Stimmung im Stadion bei voller Auslastung in der Champions League oder bei Länderspielen ist, deswegen war das sicherlich nicht unserer letzter Besuch im alten Olympiastadion. Zu guter Letzt war die Getränkeauswahl im Stadion absolut untypisch für Russland. Statt alkoholischen Getränken wie Bier und Vodka wurden lediglich Soft-Drinks ausgeschenkt. Klarer Favorit unter den Stadionbesuchern war dabei der warme Tee......
Weitere Eindrücke gibt es wie immer als Bilder im Anschluss.
Bis Bald ..



1 Kommentar:

  1. Hey,


    du hast ja fast so ein hartes Leben wie meine Freundin in HK….

    Ein Stadion ohne Alkohol sollte für dich doch jetzt kein Problem da stellen oder hattest du die Hoffnung das die sich da im besoffenen Kopf gegenseitig, mit den „bengalischen Fackeln“, anzünden und du ein paar nette Fotos machen kannst??

    100 Rubel für die Garderobe???

    Hoffe für 2,30 Euro wird die dann auch anständig waschen und gebügelt.

    Gruß aus der schönsten Stadt am Rhein

    Stefan

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